Zeitzeugenaufruf zur alten Shell-Fassabfüllhalle in Monheim am Rhein. Wir möchten Ihre Geschichte hören.

Willkommen

Liebe Kulturbegeisterte von nah und fern,

zuletzt ist es immer sichtbarer geworden: In Monheim am Rhein (direkt am Rhein!) wächst Großes heran. Die Arbeiten an der Kulturraffinerie K714 werden von der Promenade und sogar von den vorbeiziehenden Flussschiffen aus nun immer deutlicher sichtbar. Nach der behutsamen Entkernung der denkmalgeschützten Fassabfüllanlage hat nun der kreative Neuaufbau begonnen.

Hier entsteht das künftige Zuhause der Monheimer Kulturwerke – ein Treffpunkt für alle kulturliebenden Menschen in der Stadt und aus dem Umland, ein Ort der Begegnung, für inspirierende Kongresse, große Konzert-Erlebnisse und unvergessliche Feiern, ein Meilenstein für die Zukunft mit all ihren Möglichkeiten, die vor uns liegen.

Dabei dient das historische Industrieareal schon jetzt als einer der Hauptschauplätze für Veranstaltungen der Monheimer Kulturwerke. Ob nachhaltige Kultur-Regatta, spektakuläre Licht-Installationen, der zwei Jahre bewirtete Strand-Kubus, genau an der Stelle, wo jetzt ein neuer Gastronomie-Anbau mit Blick über den weiten Strom entstehen wird, und die von Jung und Alt so begeistert angenommenen Führungen über das Baustellengelände: Keine Frage, dieser Ort, an dem gerade so leidenschaftlich und mit viel Herz und Verstand angepackt wird, zieht an. Er packt einen an. Und Begeisterung zieht mit. Auch in diesem Jahr wird die „2. Kulturpromenade“ vom 2. bis 4. September als offene Festveranstaltung vor der künftigen Kulturraffinerie K714 wieder die neue Spielzeit eröffnen. Ich freue mich sehr darauf. Denn wir blicken erneut auf ein Programm mit herausragenden Künstlerinnen und Künstlern, vielen besonderen Events und kreativen Überraschungen, für die die Monheimer Kulturwerke seit ihrer Gründung neben kluger Planung auch stehen.

Den Roten Faden des vorliegen Kulturprogramms bilden faszinierende Aufnahmen aus der alten Fassabfüllanlage. Schon der Umschlag zeigt dabei die charakteristischen Säulen in der Haupthalle, von denen viele in den Neubau integriert und so erhalten werden konnten. Und beim Durchblättern begegnen den Kultursuchenden noch viele weitere Fundstücke und Aufnahmen alter Materialien des historischen Baukörpers. Fast alle Bilder sind dabei vor der Entkernung entstanden und bilden damit auch für sich schon wieder Zeitdokumente. Denn diese Halle wird nun für einen Zweck hergerichtet, den sich die ursprünglichen Erbauer vor bald 100 Jahren wohl kaum je hätten träumen lassen. Vermutlich stünde ihnen das Wasser bei der Einweihung nicht nur wegen der Nähe zum Rhein in den Augen, wo dann auf einer schwimmenden Bühne musiziert wird. Was haben wir Großartiges aus ihrer alten Architektur geschaffen und wie behutsam sind wir dabei mit dem alten Bestand umgegangen. In Monheim am Rhein gehen manchmal selbst ungeträumte Träume in Erfüllung.

Im Frühjahr 2022 wurde eine kleine Musterachse erstellt, um die nun zur Verwendung anstehenden Materialien zu prüfen und im Einsatz zu sehen. Sie zeigt auch, wie Putz und Fenster bald aussehen werden. Und die Aussichten sind gut. Bis wir voraussichtlich im Jahr 2024 gemeinsam die Eröffnung feiern werden, verspricht auch das vorliegende Programm wieder spannende Veranstaltungen und aufregende Kulturerlebnisse, die Lust auf mehr machen. Begegnen wir uns!

Ihr Daniel Zimmermann

Bürgermeister der Stadt Monheim am Rhein

Liebes Publikum, liebe Freundinnen und Freunde der Monheimer Kulturwerke,

in Zeiten, in denen die Generation Frieden vor dem Ende steht, beschäftigen wir uns, die Monheimer Kulturwerke, mit Kultur. Und mehr noch: Das Bauvorhaben des Ortes, an dem wir uns in Zukunft zu kulturellen Veranstaltungen versammeln wollen, die Kulturraffinerie K714, wächst Tag für Tag weiter, obwohl um uns herum die erzwungene Zeitenwende die bürgerliche Gesellschaft regelmäßig im Alltag auf die Probe stellt. Warum tun wir dies? Sind wir nicht der Barbarei der Weltereignisse hilflos ausgeliefert? Mittendrin stehen wir Kulturwerkende und werden in jedem Denken über unseren Spielplan mit vielen Kultur- und Veranstaltungsinhalten vom inneren Diskurs getrieben. Aber warum getrieben?

Weil es eine rastlose Zeit zu sein scheint. Weil sich Informationen und Daten überschlagen und diese permanent als „Eilmeldung“ auf das uns begleitende digitale Endgerät gepusht werden und somit einen Großteil unseres Lebens bestimmen. Aber gerade die Kultur und die Künste sind es doch, die uns zum Innehalten, Reflektieren und Einordnen einladen. Sie drücken das aus, was Individuen in einer Gesellschaft empfinden: Freiheit, Freiheitsentzug – und die Schattierungen dazwischen.

Und genau an diesem Ansatz haken wir in der neuen Spielzeit 2022/2023 ein: Bekannte und neue Gesichter aus der international eingeladenen Künstlerschaft folgen mit ihren spannenden Biografien dem Aufruf, für Monheim am Rhein ein Kulturprogramm auf die Beine zu stellen, das uns nicht vergessen machen soll, was draußen in der Welt passiert. Aber es soll Halt geben, einen Anker zum Innehalten auswerfen und uns allen eine Chance geben, endlich wieder mit anderen Menschen dort zusammen zu kommen, wo die Gesellschaft zuhause ist.

Ein hohes Ziel, aber kein unmögliches, wenn wir uns alle bemühen, mit Vorfreude, mit Erwartung und aktivem Austausch Kultur zu leben. Und das Ganze ohne Schubladendenken und Klischees. Denn wir als Monheimer Kulturwerke haben unseren Spielplan so breit aufgestellt, dass wir für viele Definitionen von Kultur offen sind und der gesamten Gesellschaft ein Programm anbieten möchten. Kultur ist für uns die Gesamtheit der künstlerischen, geistigen und gestaltenden Leistung, zu der wir Menschen fähig sind. Und jeder Mensch kann dabei sein Kultur-Pendant finden oder es bei unserem vielfältigen Programm neu entdecken.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen bei einer unserer Kulturbegegnungen und empfehle beim Lesen des neuen Spielzeitheftes die Einführungen unserer Dramaturginnen und Dramaturgen in die einzelnen Sparten unseres Programms.

Ihr

Martin Witkowski

Intendant und Geschäftsführer